Vereinswechsel – kleines Regelwerk

Jugendabteilung

Am Spielfeldrand wird sehr oft darüber diskutiert, unter welchen Bedingungen Vereinswechsel möglich sind. Vorab: Die Regel der Profis werden (Gott sei Dank!) nicht angewandt. Ein Wechsel ist also immer und jederzeit möglich. Dennoch, auch im Jugendbereich gibt es klare Regelungen. In der Durchführungsbestimmung „Spielberechtigung bei Vereinswechsel im Jugendbereich“ gibt es je nach Jahrgang unterschiedliche Vorgaben, die eine Spielberechtigung beim neuen Verein regeln.

Für Freundschaftspiele sind Spieler aller Jahrgänge sofort spielberechtigt. Lediglich bei den Pflichtspielen (Meisterschaft/Pokal) gibt es Einschränkungen zu beachten. Bambini-Kicker sind sofort spielberechtigt, sobald dem Verein der Spielerpass vorliegt. Spieler der F- und/oder E-Jugend dürfen bei einem saisonübergreifenden Wechsel (Abmeldung im Juni) ab 01.08. und bei einer Abmeldung innerhalb der Saison 2 Monate nach Abmeldung in Pflichtspielen eingesetzt werden. Eine (Nicht-)Zustimmung des abgebenden Vereins hat hier noch keine Auswirkung auf die Fristen.

Anders sind die Bestimmungen bei den älteren Jahrgängen (Jungen: A-Jugend jüngerer Jahrgang bis D-Jugend und Mädchen: B-Jugend jüngerer Jahrgang bis D-Jugend). Hier verlängert sich die Frist bei Nichtzustimmung des abgebenden Vereins teilweise erheblich:
a) saisonübergreifend (Wechsel Mai/Juni): Die Wartezeit für Pflichtspiele verlängert sich vom 01.08. auf den 01.11.
b) innerhalb einer Saison: Die Wartezeit für Pflichtspiele verlängert sich von 3 auf 6 Monate nach der Abmeldung längstens 6 Monate nach dem letzten Spiel.

Die Regularien verdeutlichen, wie wichtig es für wechselwillige Spieler ist, frühzeitig Gespräche faire und offen mit dem abgebenden Verein (Trainer, Betreuer, Jugendvorstand…) zu führen. Wichtig: „Sprechenden Menschen kann geholfen werden“, ein Spruch und keine leere Hülse! Natürlich: Gegen Zahlung einer Ablöse (auch hier gibt es klare Regelungen bereits im Jugendbereich!) kann die Wartezeit verkürzt werden. Aber wo sind wir denn?!

Und TuB Mussum? Als Vereinsverantwortliche nehmen wir die Verantwortung für die Kinder besonders ernst. „Wir machen die Kinder stark“ ist ein Motto dem wir all unsere Entscheidungen unterwerfen. Aus diesem Grund haben wir uns im Rahmen eines Vorstandsentscheides entschieden, keinem Spieler saisonübergreifend Steine in den Weg zu legen. Nur: Damit wir für den Fall der Rückkehr ebenfalls auf die wohlwohlende Zustimmung des neuen Vereins angewiesen sind, erwarten wir von diesem lediglich eine sog. Rückwechselvereinbarung. Liegt diese vor, erfolgt die sofortige/nachträgliche Zustimmung zum Wechsel. Warum auch nicht!?

Anders in der laufenden Saison: Sollten keine besonderen Gründe für den Wechselwunsch vorgebracht werden (z.B. Wechsel des Wohnortes o.ä.) werden wir eine Zustimmung zum Vereinswechsel nicht erteilen.
Wie passt das zum Motto der Jugendabteilung und will TuB Mussum Geld abzocken? Keinesfalls wollen wir Geld anderer Amateurvereine! Sollte sich der aufnehmende Verein wider Erwarten entschließen, Geld zur Verkürzung der Wartezeit zu zahlen, werden wir die Summe annehmen und einem gemeinnützigen Zweck zuführen. Also, wir wollen kein Geld!
Warum aber dennoch keine Zustimmung? Gegenfrage: Was bedeutet Fürsorge für die Kinder? Wir verstehen unter Fürsorge auch Förderung der sozialen Kompetenz! Aus unserer Sicht bedeutet das nicht, dem Willen der Spieler/Kinder jederzeit bedingungslos nachzugeben. Fördern durch Fordern, auch dieses zielgerichtete Mittel ist erlaubt. Fördern der sozialen Kompetenz meint also auch, einfordern der vom Spieler für die lfd. Saison erteilten Zusage. Und: Immer dann, wenn Spieler/Spielerinnen eine Mannschaft verlässt, entsteht eine Lücke. Betroffen sind also immer auch die Mannschaft, Trainer und Betreuer. Auch diese stehen im Focus unserer Bemühungen.